Friedrich
11.04.2010, 22:41 |
Kreatinin - Urinkonzentration - Normierung (Labordiagnostik) |
Hallo,
meines Wissens bezieht man sich bei Urinanalysen deshalb auf Kreatinin, weil
dessen Konzentration in etwa mit der Urinkonzentration korreliert.
Kreatinin ist doch ein Abbauprodukt des Muskel und Nervenstoffwechsels ?
Ein muskelhypotones Kind dürfte dann also erheblich weniger Kreatinin erzeugen, als ein normalentwickeltes, was bedeuten würde, dass bei gleicher Urinkonzentration, dessen Kreatininkonzentration deutlich geringer wäre und somit eine Normierung auf Kreatinin bei der Bestimmung anderer Werte, z.B.
Aminosäuren, deutlich zu hohe Konzentrationen derselben generieren würde ?
Wie genau sind z.B. Urin-Aminosäurescreenings, wenn die Kreatininkonzentration
der Probe rund 1/10 des mittleren Normbereichs betrug, wie bei meinem Sohn ?
Ist das nicht problematisch ?
Mit Dank und Grüßen
Friedrich |
labormediziner
12.04.2010, 10:17
@ Friedrich
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Kreatinin - Urinkonzentration - Normierung |
Sehr geehrter Friedrich,
die Frage, wie "genau" eine Untersuchung sei, nur weil ein Patient aufgrund einer Muskelerkrankung zu wenig Kreatinin bilden sollte, ist ein wenig problematisch. Genauso könnte es sein, dass er mehr Kreatinin bilden könnte, ich vermute, dass dies sowieso noch nicht gezielt untersucht worden ist, sondern dass es sich um eine Vermutung handelt? Ferner ist ein solcher Wert auch davon abhängig, wie aktiv ein Patient ist. Normwerte bzw. Referenzwerte werden in der Regel aus einem "Normalkollektiv" ermittelt, wobei hierfür die 90. Perzentile genommen wird oder ein Bereich von 2 Standardabweichungen vom Mittelwert aller gemessenen Werte. Wer daraus herausfällt, liegt eben außerhalb des "Normwertbereiches".
Für weitere Fragen können Sie sich gerne melden.
Viele Grüße
Dr. Pontani --- rechtl. Hinweis:
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Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Pontani
Arzt für Labororatoriumsmedizin |
Friedrich
12.04.2010, 21:44
@ labormediziner
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Kreatinin - Urinkonzentration - Normierung |
Hallo Herr Dr. Pontani,
die Frage nach der Bedeutung der Kreatinin-Konzentration war keine hypothetische, sondern beruht auf einem realen Urin-Aminosäurenscreening in Ihrem Hause, das auf Kreatinin normiert wurde. Diese Konzentration des Kreatinins lag allerdings bei etwa 1/7 des unteren Referenzbereichswertes, obwohl der Urin relativ dunkel, also vermutlich gut konzentriert war, was bei
"normalen Patienten" wohl ein klarer Widerspruch wäre, bei einem muskelhypotonen, kaum aktiven Kind, aber (vielleicht) normal sein kann.
Mein Sohn hat bisher immer stark erniedrigte Urin-Kreatininwerte gehabt.
Wenn die Basis zur Bestimmung der AS-Konzentration die Kreatininkonzentration ist, diese aber aus genannten Gründen nicht zur "realen" Urinkonzentration anderer Metaboliten passt, dann müssen doch die AS-Werte auch etwa um den Faktor 7 zu hoch sein oder mache ich da einen Denkfehler ? Falls ja, welchen ?
Ich würde das gerne mal verstehen 
Mit bestem Dank und Gruessen
Friedrich |